Die Unternehmensgruppe Keunecke/EWU, die bereits einen Standort im Saale-Holzland-Kreis hat, wächst weiter. Rückwirkend zum 1. Januar gehört auch die Meininger Wurstspezialitäten GmbH dazu. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde nun geschlossen. Die Gruppe übernimmt alle 115 Mitarbeiter des südthüringischen Unternehmens und möchte ihnen eine langfristige Perspektive geben.
Keunecke sitzt in Ballenstedt in Sachsen-Anhalt. Zur Gruppe gehört auch die EWU Thüringer Wurst und Spezialitäten in Serba, die in diesem Jahr expandiert, indem sie das Filialnetz des insolventen Unternehmens Thüfleiwa aus Apolda übernimmt. Zudem werden dort
Produktionsmitarbeiter eine neue Beschäftigung finden, was die EWU¬Belegschaft in Summe verdoppelt.
Expansion nach Südthüringen: Weiteres Unternehmen in Gruppe
Nun wächst die Gruppe auch nach Südthüringen. Ekkehard Heilemann, Gesellschafter der Keunecke/EWU-Unternehmensgruppe, hatte erfahren, dass die dortigen Gesellschafter nach einem mittelständischen Partner suchen. „Es ist uns eine große Freude und Ehre, das Vertrauen der Gesellschafter gewonnen zu haben. Wir wissen um die Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Kundinnen und Kunden und möchten diesen Weg gemeinsam weitergehen", sagt Heilemann.
Den Inhabern war es wichtig, einen Käufer zu finden, der „den Mitarbeitern eine berufliche Perspektive und unseren Kunden die bestmögliche Erfüllung der bestehenden Zusammenarbeit garantiert", sagt Marcel Retsch, Gesellschafter der Meininger Wurstspezialitäten. Ziel des Verkaufs war es, eine nachhaltige Partnerschaft mit einer mittelständischen und inhabergeführten Unternehmensgruppe einzugehen. Dadurch sollen Wachstum, technologische Weiterentwicklung und Kontinuität am Standort Meiningen gesichert werden.
Synergien ohne Personalabbau geplant
Das passt bei Heilemann ins Konzept. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt er, dass die Marke, die Produktion, sowie das eigene Filialsystem bestehen bleiben. Er sieht aber gute Chancen, Synergien innerhalb der auf gut 350 Mitarbeitende gewachsenen Unternehmensgruppe zu heben, die aber nicht zu Lasten der Belegschaft gehen sollen. Er nennt als Beispiele den gemeinsamen Einkauf von Fleisch und Energie. Auch bei Verträgen mit Logistik-Dienstleistern erhofft sich die Gruppe eine stärkere Verhandlungsposition.
Der Vertrieb der Meininger Wurstspezialitäten soll weiterhin eigenständig organisiert bleiben. „Die Regionalität gewinnt an Bedeutung", sagt Heilemann, der auf die Herausforderungen eines hart umkämpften Marktes hinweist. „Die Meininger Wurstspezialitäten sind regional tief verwurzelt und haben deshalb weiterhin gute Marktchancen."
Unternehmen aus Jena fädelt Firmenverkauf ein
Die auf Unternehmensverkäufe spezialisierte Firma „collective avantgarde corporate finance" aus Jena begleitete den gesamten Verkaufsprozess von der Kontaktaufnahme über Verhandlungen bis hin zum Kaufvertrag. Die Berater sorgten für einen professionellen Auswahlprozess, der Gespräche mit mittelständischen Unternehmen, internationalen Konzernen und Beteiligungsgesellschaften umfasste — letztlich erhielt Keunecke/EWU den Zuschlag.




